Freitag, 07. August 2020
Notruf: 112

Feuerwehr Auerbach übt den Ernstfall bei über 30 Grad

Trotz über 30 Grad am Abend des 27. August trafen sich die Mitglieder der Einsatzabteilung, um an der wöchentlichen Übung teilzunehmen. Übungsszenario war ein Brand in einer Küche in einem Gebäude, das als Kirche genutzt wird. Während einer Gruppenstunde wurde gemeinsam gekocht, als ein Kind bemerkte das aus der Fritteuse Flammen herauskommen verständigt dieses eine Erzieherin. Diese schüttete ein Eimer mit Wasser in die brennende Fritteuse.  Nach der Verpuffung des Fetts aus der Fritteuse stand die gesamte Küche in Flammen. Das Kind und die Erzieherin wurden durch die Verpuffung verletzt und blieben bewusstlos in der Küche liegen. Weitere Kinder, die sich im oberen Stockwerk befanden, konnten durch den Rauch, der sich im Treppenhaus verbreitete, nicht mehr ins Freie gelangen.

Der mit dem Einsatzleitwagen zuerst eintreffende Zugführer erkundete die Lage und stellte fest, dass im ersten Obergeschoss zwei Kinder am Fenster standen und um Hilfe riefen. Über zwei Teile der vierteiligen Steckleiter rettete ein Feuerwehrmann beide Kinder aus dem 1. OG. Ein weiterer Trupp unter Atemschutz drang mit einem Rohr in das Erdgeschoss und suchte nach weiteren Personen. Das obere Stockwerk wurde nach Personen ebenfalls abgesucht.

Nach einer Stunde war die Übung beendet.

Die Feuerwehr Auerbach bedankt sich bei der Evangelische Chrischona-Gemeinde Bergstraße für das zu Verfügung stellen des Objektes.

Warum löscht man eine brennende Fritteuse nicht mit Wasser?

Wenn Fett erhitzt wird beginnt es nach einer Zeit zu sieden. Wird die Wärmezufuhr nun nicht verringert, überhitzt das Fett und es beginnt zu rauchen. Die so entstehenden feinsten Partikel haben eine sehr große Oberfläche und können daher leicht mit dem vorhandenen Luftsauerstoff reagieren. Das Dampf-Luftgemisch entzündet sich dabei selbst. Bei brennendem Fett entsteht eine Temperatur von mehr als 1000 °C. Wasser ist schwerer als Öl und Fett und gelangt somit nach unten in das überhitzte Fett. Da das Fett jetzt eine Temperatur von über 1000 °C hat, kommt es zur schlagartigen, fast explosionsartigen Verdampfung des Wassers. Dabei entstehen aus 1 Liter Wasser 1700 Liter Wasserdampf. Durch die enorme Volumenvergrößerung des Wassers treibt der entstehende Wasserdampf das Fett aus dem Gefäß heraus. Dies führt wieder zu einer Oberflächenvergrößerung und einer Ausbreitung des Brandes im gesamten Arbeitsbereich. Daher dürfen heiße Öle oder rauchende Fette niemals mit Wasser gelöscht werden. Kommt es zu einem Fettbrand, dürfen auch keine Löschdecken zum Löschen des Fettes eingesetzt werden, da diese in das heiße Fett geraten können und es aufnehmen. Der Brand kann durch die Löschdecke durchschlagen, oder beim Herausziehen wird das brennende Fett weiter verteilt. Erste wichtige Maßnahme bei einem Fettbrand in einem Gefäß ist das Abdecken des Gefäßes mit einem passenden Deckel. Dadurch wird die Sauerstoffzufuhr unterbunden und das Feuer erstickt. Danach muss die Wärmequelle abgeschaltet werden, sodass das überhitzte Fett sich wieder abkühlen kann und keine Gefahr einer Selbstentzündung mehr vorliegt. Der Deckel darf erst wieder geöffnet werden, wenn das Fett vollständig abgekühlt ist. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was nun weiter zu tun ist oder Sie sich nicht trauen einen Deckel über die brennende Fritteuse zu legen. Rufen Sie die 112 an und verlassen Sie den Raum.

 

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