Dienstag, 04. August 2020
Notruf: 112

Brand verursacht 500 000 Euro Schaden

BENSHEIM. Beißender Qualm zieht über den Marktplatz. Schaulustige drängen sich rund um den Brunnen hinter der Stadtmühle. Schockierte und besorgte Mitarbeiter blicken auf das Haus, in dem sie vor ein paar Minuten noch gearbeitet haben. Es ist kurz nach 11 Uhr, als die Bensheimer Feuerwehren am Dienstag alarmiert werden.

Im hinteren Teil der Werkstatt des Orthopädiefachgeschäfts Mitterle ist ein Feuer ausgebrochen. Zur Ursache lässt sich gestern noch nichts sagen. Nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn haben Angestellte versucht, die Flammen zu löschen - allerdings ohne Erfolg. Sie schaffen es aber rechtzeitig, ins Freie zu flüchten.

Elf Personen werden dennoch mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung vom Rettungsdienst behandelt, drei müssen ins Krankenhaus gebracht werden. Der Schaden an Gebäude und Maschinen beläuft sich laut Polizei auf 500 000 Euro.

Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass die Flammen nicht übergreifen konnten. "Wir mussten zügig handeln. Es war schon kitzlig mit Blick auf die Bebauung", so Karn.

In direkter Nachbarschaft befindet sich das städtische Museum, die zumeist älteren Häuser stehen hier dicht an dicht. Ein paar Meter weiter geht es zum Parkhaus Platanenallee, das an diesem Vormittag gut genutzt wird. Ohnehin ist in der Stadt viel los, was auch dazu führt, dass etliche Zaungäste das Geschehen verfolgen. Die Platanenallee und die Grieselstraße müssen zeitweise gesperrt werden. Die Brandbekämpfer selbst nähern sich von mehreren Seiten. Die Drehleiter wird in Stellung gebracht, um sofort einschreiten zu können, sollte das Feuer durchs Dach gehen. Doch soweit kommt es glücklicherweise nicht. 

Über ein Fenster dringen Atemschutzträger in den ersten Stock ein und beginnen mit den Löscharbeiten, die den beißenden Qualm zunächst verstärken. Es sind nach Einschätzung des Stadtbrandinspektors vor allem verbrannte Kunststoffe und Gummimatten, die zur enormen Rauchentwicklung beitragen. Vom Marktplatz aus wird über eine Garage ebenfalls ein Trupp eingesetzt. Der obere Teil des Platzes sowie der Eingang zum Parkhaus wird teilweise abgesperrt. Für die Feuerwehren ist es einer der größeren Einsätze in der jüngeren Vergangenheit, so zentral in der Altstadt mussten sie schon länger nicht mehr eingreifen.

Nach einer guten halben Stunde ist der Brand Geschichte. Unter dem Dach sind jedoch kurze Zeit später Nachlöscharbeiten erforderlich, weil sich die Glut dort durch die Lehmbauweise des alten Fachwerks unbemerkt ausbreiten konnte. Damit die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen nach der Ursache aufnehmen kann, muss das Technische Hilfswerk im ersten Stock die teilweise einsturzgefährdeten Decken abstützen.

Die Feuerwehr kümmert sich um die Geschäftsräume im Erdgeschoss, die durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden. "Die Grundsubstanz des Hauses ist in Ordnung. Aber das Feuer hat Spuren hinterlassen", sagt Jens-Peter Karn. Insgesamt waren 60 Feuerwehrleute aus Bensheim-Mitte, Auerbach und Zell im Einsatz. Hinzu kommen Rettungsdienst, THW und Polizei.

Bürgermeister Rolf Richter, der zusammen mit Stadtrat Adil Oyan kurz vor Ort war, lobte das schnelle Eingreifen und die hohe Schlagzahl. Es sei bemerkenswert, dass um die Mittagszeit so viele ehrenamtliche Kräfte zur Verfügung stehen.

Diese können nach und nach die Einsatzstelle verlassen - mit der Gewissheit, Schlimmeres verhindert zu haben.

 

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 02.11.2016

Text: © Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 02.11.2016

Bilder: Freiwillige Feuerwehr Auerbach

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